Gegenstand der Rechtswissenschaft sind Inhalt, Entstehung, Gestaltung
und Anwendung von Normen, die in den sozialen und wirtschaftlichen
Beziehungen verbindlich sind.
Traditionell beschränkt sich ein
Jurastudium auf die Analyse des in einem Staat geltenden Rechts, wie
es von den nationalen Gerichten angewandt wird. Dieser verengte Blick wird den Anforderungen der sich globalisierenden
Wissens- und Informationsgesellschaft nicht gerecht. Insbesondere in
transnationalen Wirtschaftsbeziehungen geht es weniger um gerichtliche
Auseinandersetzung als um die Vermeidung kostenträchtiger
Streitigkeiten durch intelligente vertragliche Gestaltung
wirtschaftlicher Beziehungen. Dafür benötigen Sie die Fähigkeiten,
aus der Perspektive verschiedener nationaler Rechte zu arbeiten sowie
gründliche Kenntnisse des Rechts der EU und seiner Wirkung im
nationalen Recht. Auch mit internationalen Vertragswerken und der
Praxis von Schiedsgerichten, die in transnationalen
Wirtschaftsbeziehungen zunehmend als Alternative zum positiven
nationalen Recht gesehen werden, sollten Sie vertraut sein.
Unverzichtbare Grundlage für all dies ist das Studium der
Entstehungsbedingungen und Gestaltung des Rechts.
Die Hanse Law School bietet deshalb ein integriertes Studium des deutschen und europäischen
Rechts sowie des für die wirtschaftsrechtliche Praxis wichtigsten
Bereiche des englischen Common Law, jeweils in rechtsvergleichender Perspektive.
Die enge Kooperation zwischen drei europäischen Universitäten (Bremen, Groningen, Oldenburg), erleichtert den nahtlosen Wechsel zwischen den Standorten. Das Studium in Deutschland findet an den Studienstandorten Oldenburg und Bremen statt. Ein verpflichtender Bestandteil des Hanse Law School Studiums ist das Auslandsstudium. Im Bachelorstudium sind das vierte und fünfte oder fünfte und sechste Semester für den Auslandsaufenthalt vorgesehen. Hier gilt die besondere Empfehlung unserer niederländischen Partneruniversität, der Rijksuniversiteit Groningen.
Das Auslandsstudium erfolgt entweder im vierten und fünften Semester oder fünften und sechsten Semester. Zu diesem Zeitpunkt sind die niederländischen Sprach- und Rechtskenntnisse der Studierenden, aufgrund des integrierten niederländischen Sprachunterrichts und der bereits in Deutschland vermittelten rechtlichen Kernfragen und Kernprobleme soweit gefestigt, dass sie den Vorlesungen und Kursen im Ausland ohne Probleme folgen können.
In Groningen haben Studierende die Wahl, ob Sie die sog. "Effectus Civilis" Kurse (Burgerlijk Recht 1+2+3, Burgerlijk Procesrecht 1, Strafrecht 1+2+3 und Bestuursrecht 1+3) belegen, die ihnen nach dem Hanse Law School-Master den Zugang zur niederländischen Anwaltsausbildung ermöglichen, oder ob Sie auch andere Kurse wie "War and Peace", "Energy Law" oder "European Union" belegen.
Das Bachelorstudium findet von Anfang an in deutscher und englischer Sprache statt. Die Studierenden erwerben sichere Kenntnisse der englischen Rechtssprache, da sie u.a. Prüfungsleistungen in englischer Sprache sowohl schriftlich als auch mündlich erbringen müssen.
Zusätzlich zu rechtswissenschaftlichen Fächern studieren sie im Bachelorstudium interdisziplinär. Hierfür ist ein sog. "sozialwissenschaftlicher" Wahlpflichtbereich vorgesehen, wir empfehlen hier entweder einen Schwerpunkt im Bereich der Wirtschaftswissenschaften vorzugsweise an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg oder im Bereich der Politikwissenschaft vorzugsweise an der Universität Bremen zu legen.
Studierenden mit Interesse an Frankreich und der französischen Sprache bieten wir die Möglichkeit eines Auslandsstudiums in Le Havre. Die Studierenden sollen hier zukünftig die "Licence en droit" erwerben können.
Das einjährige Masterprogramm beginnt mit dem ersten Semester in Groningen. In den Niederlanden fallen Studiengebühren (collegegeld) in Höhe von insgesamt ca. 1.700 Euro an. Die Vorlesungen werden auf Englisch angeboten. Die (Wahlpflicht-) Veranstaltungen im zweiten Semester werden in Oldenburg und Bremen auf Deutsch und/oder Englisch angeboten. In Oldenburg wird der rechtliche Schwerpunkt im Wahlpflichtbereich auf den Bereich Gesundheit, Meer, Innovationen und Energie ("Private Law and Environmental Protection", "Marine and Maritime Law in Europe", "Law, Medicine and Information Technology across the EU") gelegt.
Soll mit dem Masterabschluss auch der Erwerb des "Effectus Civilis" verbunden werden, verlängert sich das Masterprogramm um ein Jahr.
Das Bachelorstudium umfasst 240 LP* die sich wie folgt verteilen:
12 LP Einführung in die Hanse Law School
46 LP Privat- und Wirtschaftsrecht
25 LP Öffentliches Recht
16 LP Recht der EU
14 LP Strafrecht
60 LP Auslandsstudium
13 LP Bachelorprüfung (8 Wochen Bearbeitungszeit)
18 LP Sprachkurse
18 LP Sozialwissenschaftlicher Wahlpflichtbereich
(z.B. Wirtschaftswissenschaften und/oder Politikwissenschaft)
18 LP Praktikum
Das Masterstudium (mit insgesamt 60 LP) wird bestimmt von Pflicht- und Wahlpflichtfächern, die zur Hälfte an der Rijksuniversiteit Groningen erbracht werden.
4 Pflichtmodule (jeweils 6 LP):
3 Wahlpflichtmodule (jeweils 6 LP) aus:
Masterprüfung (18 LP)
* Leistungs- bzw. Kreditpunkte, 1 LP entspricht einem Gesamtarbeitsaufwand von 30 Std.